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Gold aus dem Erdkern?

31. März 2026 | Erdgeschichte

Verfasser: Werner Lüthi, Burgdorf

 

Gold fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden und symbolisiert Reichtum, Macht und Schönheit. Doch wieviel Gold gibt es eigentlich auf der Erde? Erstaunlich wenig.

Gold kommt in der kontinentalen Kruste nur in Spuren vor, durchschnittlich 0,004 Gramm pro Tonne Gestein. Hochgerechnet ergibt das etwa 30 Milliarden Tonnen Gold, welches in der Erdkruste extrem fein verteilt ist.

Im Jahre 2024 förderten alle Goldminen weltweit zusammen insgesamt 3'661 Tonnen Gold. Gemäss Word Gold Council beläuft sich der oberirdische Goldbestand Ende 2024 auf rund 216’265 Tonnen. Die heute wirtschaftlich noch gewinnbaren Goldreserven werden auf ca. 50'000 bis 64'000 Tonnen geschätzt. Diese Reserve ist jedoch dynamisch. Je nach Höhe des Goldpreises und dem technologischen Fortschritt ist ein wirtschaftlicher Abbau von geringeren Vorkommen möglich.

Ein Grossteil des irdischen Goldes wanderte bei der Erdentstehung jedoch in den innersten Kern. Lange Zeit galt dieser Bereich als vollständig isoliert. Rund 99,9 % des vorhandenen Goldes sind somit unerreichbar.

 

Gold ist nicht so selten wie man denkt. Doch 99,9 Prozent der Vorräte an Gold sind rund 3.000 Kilometer tief im Erdkern eingeschlossen und liegen damit ausserhalb der Reichweite des Menschen.

 

Von Erdkern in den Erdmantel

Ein Forschungsteam um den Geochemiker Nils Messling von der Universität Göttingen hat nun entdeckt, dass ein Teil des Edelmetalls kontinuierlich aus dem Erdkern in den Erdmantel vordringen kann. Das Team extrahierte dazu in einer dreijährigen Studie aus Basaltgestein von Hawaii alle Elemente der Platingruppe, zu der neben Platin auch die weniger bekannten Metalle Rhodium, Palladium, Iridium, Osmium und Ruthenium gehören. Ruthenium ist in der Erdkruste etwa gleich selten wie Gold.

Diese Entdeckung deutet darauf hin, dass der geschmolzene Erdkern nicht isoliert ist. Seit etwa 2,5 Milliarden Jahre dürfte Kernmaterial, wie Eisen, Gold und Platin in den Erdmantel fliessen und durch Plumes, einem Aufstrom heissen Gesteinsmaterials, bis an die Erdoberfläche gelangen. Dieser Prozess könnte auch die allmähliche Anreicherung von Gold in der obersten Erdkruste begünstigen. Es ist jedoch noch unklar, wie viel Edelmetalle im Laufe der Erdgeschichte vom Erdkern in den Mantel bzw. in die Erdkruste aufgestiegen sind. Dies ist in weiteren Studien noch zu klären.

 

Originalveröffentlichung: Messling, N. et al. Ru and W isotope systematics in ocean island basalts reveals core leakage. Nature (2025). DOI: 10.1038/s41586-025-09003-0

 

 

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