Ausbau der Miniera d’oro La Costa in Sessa, Tessin
26. August 2024 | Goldbergbau
Im Winter 2022/23 erfolgten in der Mine La Costa weitere Arbeiten, um einen sieben Meter tiefer gelegenen Stollenteil für die Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen.
Verfasser: Ernst Rupp, Steffisburg
Nachdem 2018 der Hauptstollen «Leonide» der ehemaligen Goldmine in Sessa für Besucher geöffnet wurde, konnten sich die Betreiber nicht einfach zurücklehnen. Es gab eine dauernde Weiterentwicklung. So mussten immer wieder Führerinnen und Führer ausgebildet werden, damit Besucher sicher durch den Stollen geführt werden konnten. Es wurde viel in die Sicherheit investiert und die Funkverbindung im Stolleninnern verbessert.
Vor dem Stolleneingang wurde das Gebäude für die Unterberingung von Geräten, den Schutzhelmen und den Akkus für die Helmbeleuchtung usw. vergrössert.
Im Winter 2022/23 erfolgten dann Arbeiten, um einen sieben Meter tiefer gelegenen Stollenteil ebenfalls für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen. Wie immer wurde versucht, möglichst alles im Originalzustand zu belassen. Aber aus Sicherheitsgründen mussten für den Abstieg resp. den Aufstieg eine Treppe gemauert und an anderer Stelle eine aus Metall installiert werden. Die Eröffnung dieses Stollenteils erfolgte nach der GV des Vereins im Juni 2023 und wurde «Cunicolo Trudi» getauft.
Danach wurde beschlossen, für Besucherinnen und Besucher einen Rundgang vom Hauptstollen aus in einen anderen Stollen zu schaffen. In diesem Stollenabteil war aber früher taubes Gestein im Umfang von etwa 64 Tonnen abgelagert worden, und dieses musste zuerst entfernt werden. Die Arbeiten dazu erfolgten im Winter 2023/24, meistens an Samstagen durch Freiwillige. Dazu wurde eine batteriebetriebene und schienengängige Kippmulde eingesetzt.
Das Vorgehen war dann so, dass in den engen Verhältnissen nur gerade ein bis zwei Männer das taube Gestein herauskratzen konnten. Ein dritter Mann schaufelte es auf Karretten, welche ein vierter bis gegen den Hauptstollen führte, wo er das Material auf ein Förderband leerte. Auf diesem gelangte es schliesslich in die schienengängige Kippmulde. Ein Mann fuhr mit der Mulde, welche etwa 2 m3 fasste, nach draussen und kippte das Material auf die alte Abraumhalde. Die Fahrten auf den ausgeleierten Schienen waren aber gar nicht einfach, es gab immer wieder Entgleisungen. Am Anfang waren zwei Männer fast nur damit beschäftigt, die Geleise fahrbar zu halten. Nachdem die Kippmulde geleert war, wurde sie gewendet, um vorwärts fahren zu können. Bei der Ladestation im Stollen wurde sie mit einem Aufzog hochgehoben, in der Luft gewendet und wieder auf die Schienen abgesetzt. Das Herausholen des tauben Gesteins war wegen den engen Verhältnissen eine schweisstreibende und dreckige Arbeit. Zwar konnte etwas Material gleich an Ort und Stelle zum Auffüllen von Löchern usw. verwendet werden, doch der weitaus grösste Teil wurde herausgeschafft. Als alles ausgeräumt war, wurde die Beleuchtung installiert und über ein mit Wasser gefülltes Loch ein Brücklein erstellt.
Die Eröffnung dieses Rundgangs erfolgte nach der Generalversammlung des Vereins am 22. Juni 2024. Wie erwähnt, arbeiteten alle freiwillig und ohne Lohn. Doch erhielten sie anlässlich der Generalversammlung eine Flasche Merlot Rotwein mit einer speziellen Etikette.
Alle Arbeiten in der Mine werden immer von einem Geologen begleitet. Zudem wurden 22 Messpunkte an verschiedenen Stellen angebracht, um eventuelle Veränderungen sofort feststellen zu können.
Die beiden zusätzlichen und neu eröffneten Stollenabteile sind für Besucherinnen und Besucher sicher eine attraktive Bereicherung.